Er duftet sinnlich, er besitzt eine samtige Farbe, er belebt und macht munter – guter Espresso regt alle Sinne an. Vor über 100 Jahren begannen findige Italiener, Kaffeebohnen länger zu rösten und mit höherem Druck zu brühen, um ein konzentriertes Kaffeegetränk zu erhalten. Heute bildet Espresso die Basis vieler Milchkaffeespezialitäten und erfreut sich auch pur großer Beliebtheit: Espresso weckt am Morgen, versüßt die Mittagspause und schließt gelungene Abendessen ab. Die Zubereitung von erstklassigem Espresso ist eine Kunst – neben einer guten Maschine und handwerklichem Geschick sind hochwertige Rohstoffe ausschlaggebend für ein genussvolles Ergebnis. Viel Zeit für ihr Produkt nimmt sich etwa die Deutsch-Italienerin Mariella Krebs: In einem sizilianischen Bergdorf am Meer entsteht ihr Espresso „MariaSole“; in der Familienrösterei bräunen die Bohnen nach alter Tradition über einem Feuer aus duftendem Olivenholz. So entstehen kleine Mengen eines exquisiten, süditalienischen Kaffees, der die Feinkostgeschäfte in ganz Europa erobert hat.
Etwas weiter nördlich wurde seinerzeit der allererste Espresso gebraut – in Mailand. Die gemahlenen Bohnen der hiesigen Rösterei Ottolina werden seit Jahrzehnten in vielen Bars der Stadt verwendet. Besonders von „Maracaibo“, einer Mischung aus Arabica-Bohnen und Robusta, behaupten Liebhaber, das volle, maskuline Aroma sei typisch mailändisch. Und wie schmeckt Bern? Vielleicht wie „Lilla e Rose“ von Blaser Café. Mit dieser Röstung des Schweizer Familienunternehmens, die ihrem Namen entsprechend einen intensiv-blumigen Geschmack besitzt, wurden in der Alpenrepublik bereits zahlreiche Barista-Wettbewerbe gewonnen. Apropos erfolgreich: Hierzulande konnte sich die Rosenheimer Firma Dinzler in Sachen Edel-Espresso einen Namen machen; das Hochglanzmagazin Feinschmecker kürte ihre aromatische Bohnen-Mixtur „Il Gustoso“ zum besten Espresso Deutschlands.